Studie "Semantische Technologien in der betrieblichen Anwendung"
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[English title: Survey “Semantic Technologies in Working Practice”]

Lieber klein aber fein: Semantic Web im Unternehmen
Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik, Pressemitteilung Nr. 78, 25.10.06

Eine Studie zum Einsatz von semantischen Technologien im Unternehmen zeigt bei richtiger Implementierung in die Geschäftsprozesse Effizienzgewinne von bis zu 50%.

Semantik ist „in“. Das zeigt die Vielzahl von Veranstaltungen und Artikeln zum Thema Semantic Web oder Web 2.0. Immer mehr potenzielle Anwender erhoffen sich von der Einführung semantischer Technologien einen einfachen und strukturierten Zugriff auf Informationen. Denn semantische Technologien erschließen die im Unternehmen und im Internet verfügbaren Daten mit Hilfe von standardisierten Beschreibungssprachen (z.B. XML und RDF) und bilden sie in umfassenden Ordnungssystemen (sog. Ontologien) ab.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik untersuchte nun erstmals systematisch, wie semantische Technologien im Unternehmensalltag eingesetzt werden.

Dazu werteten Wissenschaftler von Fraunhofer FIRST im Rahmen von Online-Umfragen die Antworten von rund 500 Experten aus Wissensmanagement und IT aus. Diese wurden durch 10 Interviews mit Anwendern aus verschiedenen Branchen ergänzt. Die Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgeführt wurde, zeigt, dass semantische Technologien nach wie vor überwiegend ein Forschungs- und Entwicklungsthema sind. In betrieblichen Informationssystemen werden sie bisher nur in wenigen Bereichen, z.B. in Service, Vertrieb und Marketing oder bei Archiv- und Contentdiensten eingesetzt. Dennoch: bei richtiger Implementierung in die Geschäftsprozesse brachten semantische Technologien in Einzelfällen Effizienzsteigerungen von bis zu 50%.

Die Studie »Semantische Technologien in der betrieblichen Anwendung« steht hier zum Download zur Verfügung.

Sie richtet sich an Interessenten in den Unternehmen, die sich über die Implementierung von semantischen Technologien informieren möchten. Sie gibt einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Unternehmensbereichen und informiert über mögliche Probleme und Fallstricke bei der Implementierung.

Größtes Hindernis bei der Einführung ist den befragten Experten zufolge die Usability der vorhandenen Systeme. Bei unerfahrenen Nutzern führte die oft komplexe Abfragesyntax zu Akzeptanzproblemen, während sie bei Experten häufig keinen Zusatznutzen brachte. Automatische Verfahren zur semantischen Datenverarbeitung (z.B. Cluster- und Klassifikationsverfahren) werden bislang nur unterstützend eingesetzt, die manuellen Verfahren zur semantischen Auszeichnung von Daten überwiegen.

Als besonders wichtig wurde die enge Verzahnung von semantischen Technologien mit den entsprechenden Geschäftsprozessen angesehen. Auch ein klares organisatorisches Konzept sowie eindeutige Zieldefinitionen sind bei der Einführung von semantischen Technologien unumgänglich. Häufig halfen Anreizsysteme, die Hürden bei der Neueinführung eines Systems zu überwinden. Als problematisch für den laufenden Betrieb bewerteten die Experten zudem, dass es bei der Implementierung von semantischen Verfahren bisher keine definierten Qualitätskriterien für die Auszeichnung von Unternehmensdaten gibt.

Generell ist es problematisch, den hohen Aufwand für semantische Datenpflege zu rechtfertigen. Es ist letztendlich nur über einen erheblichen Servicegewinn zu rechtfertigen. Dabei zeichnet sich ab, das kleine aber feine Einzelanwendungen, die einen zentralen Geschäfts- oder Informationsprozess unterstützen, effizienter sind und weit eher die gewünschten Resultate erbringen, als eine umfassende semantische Integration aller Datenbestände eines Unternehmens.

KONTAKT:
Leitung Institutskommunikation
Mirjam Kaplow
Tel.: +49 (0) 30/63 92-18 23; Fax: -18 05
E-Mail: mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/de/news182712
Hinweis: Aktueller Link zum download der Studie s. hier im Text

© Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik


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