wissensmanagement, Heft 8/2006 (Andere Länder andere Sitten? Wissensmanagement im internationalen Vergleich)
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[English title: wissensmanagement, 8/2006 (Special topic: When in Rome do as the Romans do? Knowledge Management compared on an international level)]

Titelthema
Andere Länder andere Sitten?
Wissensmanagement im internationalen Vergleich

Die Wissensarbeit verdrängt nicht nur in Deutschland und Europa die Industriearbeit. Wollen die Unternehmen in einem immer härter umkämpften Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie noch viel stärker in das Know How ihrer Mitarbeiter investieren. China, Japan und Südafrika sind aufstrebende Wissensnationen. Welchen Beitrag leistet Wissensmanagement in Japan und dem südlichen Afrika zur Wettbewerbsfähigkeit? Welchen Unterschied weisen deutsche Unternehmen im Umgang mit Wissen gegenüber diesen Ländern auf. Mehr dazu erfahren Sie im Titelthema der aktuellen Ausgabe.

Editorial
Wissensmanagement goes global

NEWS

DOKUMENTATION + KOMMUNIKATION

Hochschulen
Management der Wissenden?
von Ada Pellert, Richard Pircher
Peter Drucker, der 2005 verstorbene Pionier der Managementlehre, prophezeite, dass große Universitäten in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts nur mehr den Status von Relikten besitzen würden. Schon heute ist abzusehen, dass massive Veränderungen in der globalen Wissensökologie nicht ohne Auswirkung auf die Institutionen des akademischen Bereiches bleiben. Die Entwicklung wissenschaftlich fundierten Wissens einerseits und die Ausbildung von Fachkräften andererseits werden als entscheidende Faktoren im Wettbewerb von Wirtschaftsräumen und Unternehmen anerkannt. Von entscheidender Bedeutung dürfte dies vor allem für Hochlohnländer sein, doch die globale Wissensdynamik ist rein quantitativ nicht zu unterschätzen. So verlassen mehr Chinesen jährlich die Universitäten als es in den USA Akademiker gibt.

CRM
Wissensbanken in Call Centern
von Thomas Gerick, Harald Huber
Konsolidierte Erfahrungen aus über 100 Wissensmanagementprojekten möglichst praxisnah zu vermitteln – das ist am ehesten durch die Vorstellung eines Beispiel-Projektes möglich. Hierzu dient der nachfolgende Bericht vom Aufbau einer Wissensbank im Call Center der Hambücher GmbH. [1] Nachdem in der vergangenen Ausgabe initiale Projektschritte wie die Wirtschaftlichkeits-berechnung und Prozesse zur Lösungspflege beschrieben wurden, behandelt der aktuelle Beitrag das Füllen der Wissensdatenbank, die Technologie für das Lösungsmanagement bis hin zum Einsatz in der Praxis.

Automobilindustrie
Knowledge 2.0: Wissensorientiertes Networking
von Günther Suchy
Wissensmanagement ist derzeit in aller Munde. Ob Hersteller, Zulieferer oder Händler, der Transfer von Information und Wissen scheint mehr zu sein, als ein bloßer Modetrend. Der Grund ist einfach: Mit der zunehmenden Globalisierung wird vielen Unternehmen deutlich, dass sie nur dann nachhaltig wettbewerbsfähig sein können, wenn sie den Produktionsfaktor Wissen als Voraussetzung für Innovation noch effektiver nutzen als bisher. Die Basis hierzu bieten die neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Sie bereiten den Weg für diesen neuen Trend: Wissensmanagement im Internet. Im Umfeld von Web 2.0, der jüngsten Generation des Internet, entsteht eine ganz neue Dimension von wissensorientierter Kommunikation: Knowledge 2.0.

HUMAN RESOURCES

Weiterbildung
Wissensmanagement in der Personalentwicklung
von Doris Stempfle
In der betrieblichen Weiterbildung liegen erhebliche Potenziale brach: Zumeist fehlt eine punktgenaue Abstimmung der Weiterbildungsprogramme mit dem konkreten Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiter sowie eine Integration in die zentralen Geschäftsprozesse. Zudem sind Fortbildungsmaßnahmen nur selten konsequent an den Unternehmenszielen ausgerichtet. Woran liegt es, dass viele Personalentwicklungsmaßnahmen nicht zu den angestrebten Resultaten führen? Eingeschliffene Normen, Überzeugungen und Gewohnheiten verhindern den Aufbruch zu neuen Ufern – und damit das lebenslange Lernen.

Lebenslanges Lernen
Wissensbilanzierung mit Profil
von Markus Bretschneider, Stefan Hummelsheim
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse stellen für die Beschäftigungssysteme der westlichen Industriegesellschaften eine zunehmende Herausforderung dar. Wissen als Produktionsfaktor zur Standortsicherung rückt dabei immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. So formulierte die EU vor sechs Jahren ihre Absicht, Europa bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Ein Meilenstein auf diesem Weg ist die Kompetenzbilanzierung. Denn sie kann einen wichtigen Beitrag zur Wissensrepräsentation, aber auch zur Wissensgenerierung leisten. Doch wie kann man Wissen effektiv erfassen?

PRAXIS WISSENSMANAGEMENT

Tools
Die Werkzeugkiste des Wissensmanagements
von Peter Schütt
Bei viel zu vielen Unternehmen verlaufen Wissensmanagement-Initiativen im Sande: Nach großem Beratungsaufwand implementieren sie eine Wissensdatenbank – ein Werkzeug, das anfangs zahlreiche Ressourcen bindet und anschließend häufig ungenutzt bleibt. Doch welche Alternativen gibt es? Ein Ansatz beginnt mit einem Element aus der Komplexitätstheorie, der Mustererkennung. Sie erlaubt Problemstellungen zu identifizieren, die sich dann gezielt mit Methoden aus der Wissensmanagement-Werkzeugkiste verbessern oder gar lösen lassen.

Innovationsprozesse
Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit neuer Technologien
von Marion A. Weissenberger-Eibl, Stephan Speith
Entscheidungsträger in Förderinstitutionen und internationalen Organisationen benötigen belastbare Informationen über die wirtschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien. Nur so können sie den gesamtwirtschaftlichen Nutzen aus einer Technologiefinanzierung zu maximieren. Die zunehmende Verknappung der verfügbaren Ressourcen verstärkt den Druck, nur solche Projekte zu selektieren, die den größten sozio-ökonomischen Erfolg bei angemessenem Risiko versprechen. Fortschritte der Innovationstheorie bieten interessante Ansatzpunkte für die frühzeitige Analyse aufkommender Technologien. Der folgende Beitrag stellt ein Bewertungskonzept auf Basis von Technologieindikatoren vor und überprüft diese anhand ausgewählter Oberflächentechnologien.

Wissensbewertung
Den Wert des eigenen Wissens erkennen
von Silke Grießhammer
Motivation und Zielfokussierung gehören zu den wichtigsten Erfolgskriterien bei der Einführung neuer Wissensmanagement-Prozesse. Oftmals erschweren aber halbherzige Versuche und unkonkrete Zielvorstellungen die Implementierung. Den Wert des eigenen Wissens zu erkennen und zu schätzen, gilt als Antriebsmotor für ein effizientes Wissensmanagement. Genau an dieser Stelle werden Transfer-Wissensmanager aktiv. Sie filtern und modifizieren die systeminternen Wissensressourcen und stellen sie als Beratungsleistungen zur Verfügung.

Implizites Wissen
Mit System-Aufstellungen zum Projekterfolg
von Mario Nappi, Ulla Nappi
Obwohl eine Vielzahl an Managementmethoden und -techniken zur Verfügung steht, kennt fast jeder Projektleiter Situationen, in denen die klassischen Werkzeuge des Projektmanagements nicht mehr greifen. Trotz sorgfältiger Analyse und konsequenter Maßnahmen zeigt sich kein Erfolg. Gescheiterte bzw. verzögerte Projekte verschlingen dabei die einst geplanten Budgets um ein Vielfaches. Erst seit zwei oder drei Jahren sind Projektleiter bereit, sich der – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Methode zu bedienen: der systemischen Struktur- und Organisationsaufstellung.

TITELTHEMA: Andere Länder andere Sitten? Wissensmanagement im internationalen Vergleich
Die Wissensarbeit verdrängt nicht nur in Deutschland und Europa die Industriearbeit. Wollen die Unternehmen in einem immer härter umkämpften Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie noch viel stärker in das Know How ihrer Mitarbeiter investieren. China, Japan und Südafrika sind aufstrebende Wissensnationen. Welchen Beitrag leistet Wissensmanagement in Japan und dem südlichen Afrika zur Wettbewerbsfähigkeit? Welchen Unterschied weisen deutsche Unternehmen im Umgang mit Wissen gegenüber diesen Ländern auf. Mehr dazu erfahren Sie im Titelthema der aktuellen Ausgabe.
 
Wissen verlagern
von Sybille Peters, Holger Seidel, Kai Reinhardt
Wie wirken sich Standortverlagerungen auf die Wissens- und Innovationspotenziale von Unternehmen, Regionen bzw. Gesellschaften aus? Wie werden die tatsächlichen Wissens- und Fähigkeitsbestände der Mitarbeiter im Rahmen von Standortbewertungen berücksichtigt und in Entscheidungen der Standortverlagerung mit einbezogen? Diese Fragen werden bisher in den sozioökonomischen Diskursen nahezu völlig vernachlässigt und in der Unternehmenspraxis nur unzureichend beantwortet.

Wissensmanagement in Südafrika
von Sabine Hage-Malsch
Südafrika gilt auf dem afrikanischen Kontinent als Motor für Entwicklung über die eigenen Landesgrenzen hinaus – politische und wirtschaftliche Lernprozesse in diesem Land sind Voraussetzung für signifikante Entwicklungsschübe in ganz Subsahara-Afrika. Südafrikas Internationalität bringt auch Bemühungen um Wissensmanagementprozesse mit sich. Doch wie gestalten sich diese im Kontext der südafrikanischen Kultur? Und wie können Wissensmanagementsysteme neben gewaltiger Armut und der Existenz von benachteiligten Bevölkerungsgruppen implementiert werden können?

Japan – Vorreiter im Wissensmanagement
von Parissa Haghirian
Multinationale Unternehmen werden in den kommenden Jahren verstärkt mit den Herausforderungen der Globalisierung konfrontiert. Sie müssen nicht nur vermehrt auf internationale Aspekte, sondern auch auf die Schnelllebigkeit ihrer Märkte reagieren. Wissensmanagement kommt in dieser Entwicklung eine strategisch bedeutende Rolle zu. Unternehmen sammeln Know-how über unterschiedliche Märkte und setzen diese Informationen Gewinn bringend ein. In der Theorie ist das jedoch einfacher als in der Realität, denn der Umgang mit Wissen basiert stark auf kulturell geprägten Kommunikationsprozessen. Besonders auffallend sind diese Unterschiede im japanischen und westlichen Wissensmanagement. Japan wird als Vorreiter im Wissensmanagement gesehen, der japanische Umgang mit Wissen unterscheidet sich aber grundlegend von westlichen Ideen zum Thema.

TRENDS

Wissensaudit
Wissen strategisch managen
von Gunnar Harde
“Wir haben uns völlig verirrt, kommen aber gut voran.” Dieses Motto gilt oftmals auch beim Umgang mit Wissen in Unternehmen. Sie kaufen Wissensmanagement-Systeme ein, installieren Wikis und investieren Geld für den Einkauf externen Wissens oder die Entwicklung eigenen Know-hows. Doch passen diese Maßnahmen nicht zur Unternehmenskultur und zur strategischen Positionierung des Unternehmens, so versanden sie oder – noch schlimmer – laufen der Gesamtzielrichtung entgegen. Um solchen Misserfolgen von vornherein entgegenzuwirken, hat sich vor der Einführung von Wissensmanagement daher das Wissensaudit bewährt.

Workflow Management
Arbeitsabläufe standortübergreifend optimieren
von Klaas Kramer, Markus Wabersky
Workflows sind unternehmensweite Prozesse, in denen Mitarbeiter oder Software-Systeme die anfallenden Tätigkeiten arbeitsteilig koordinieren. Ein Workflow hat einen definierten Anfang, einen organisierten Ablauf und ein definiertes Ende. Das Workflow-Management (im Sinne des Geschäftsprozess-Managements) soll Arbeitsabläufe und fallbezogenes Wissen mit Hilfe von IT-Systemen automatisieren und elektronische Bearbeitungswege steuern.

Communities
Das Wikipedia-Phänomen
von Ingo Frost
Im Jahr 2000 startete das “Spaßprojekt” Wikipedia nahezu aus dem Nichts: eine Enzyklopädie ohne Kontrollinstanz; mit freiem Zugang und uneingeschränkter Öffentlichkeit. Für das zwangsläufige Scheitern des Projekts nannten Kritiker insbesondere drei Gründe: Vandalismus, eine fehlende Instanz um Regeln durchzusetzen und mangelnde Beteiligung. Heute nimmt das Gemeinschaftsprojekt Wikipedia als Exot einen Platz unter den 20 meist genutzten Webseiten ein. Das bisher wissenschaftlich noch nicht erklärbare Phänomen ruft Anhänger wie Skeptiker auf den Plan. Besonders kontrovers diskutieren sie die Frage nach der Verlässlichkeit der Wikipedia-Inhalte. Zu hinterfragen ist aber auch, inwieweit Wikipedia die Entwicklung von Wissensmanagementtools für andere Zwecke beeinflusst.

WISSENSWERTES

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Buchvorstellung
Wissensmanagement im 21. Jahrhundert

Kolumne
Wissensmanagement aus globaler Perspektive
von Wolfgang Sturz

Lesen Sie die Artikel online.

© Büro für Medien Oliver Lehnert, Augsburg


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