wissensmanagement, Heft 3/2007 (Titelthema: Wissensmanagement – eine Frage der Motivation?)
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[English title: wissensmanagement, Issue 3/2007 (Special topic: Knowledge Management – a question of motivation?)]

Titelthema
Wissensmanagement – eine Frage der Motivation?
Der Erfolg eines Wissensmanagement-Systems steht und fällt mit den Mitarbeitern. Nur, wenn sie in der Anwendung einen wirklichen Mehrwert oder eine Entlastung sehen, nutzen sie das System regelmäßig, bereichern es durch ihr eigenes Wissen und bauen es somit kontinuierlich aus. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter motivieren, Wissensmanagement aktiv zu leben? Macht es Sinn, alle künftigen Anwender schon in der Projektstartphase einzubeziehen? Welche Tools erleichtern den Usern den Einstieg in eine Wissensmanagement-Lösung? Und welche Belohnungssysteme haben sich in der Praxis bewährt?

EDITORIAL
Motivation aus dem Tierreich

News

PRAXIS WISSENSMANAGEMENT

Zukunft des Internets
Wissen in virtuellen Welten
von Peter Schütt
Ein nicht zu übersehendes Modethema in der IT-Welt ist zurzeit Second Life als Aushängeschild für virtuelle Welten, die wiederum als Vorreiter eines zukünftigen 3D-Internets angesehen werden. Was hat es damit wirklich auf sich und welchen Einfluss könnte es auf Wissensmanagement-Programme bekommen?

Wissensbilanzierung
Der Gesundheit zuliebe
von Manfred Bornemann
Ob bei der Flugrettung oder in der häuslichen Altenpflege, in chirurgischen Operationsteams oder in der Behindertenbetreuung: Reibungslose Abläufe sind im Gesundheitswesen lebenswichtig. Dem expliziten und dem impliziten Wissen kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Doch während der Wissensstand eines einzelnen Mitarbeiters noch relativ leicht zu bemessen ist, ist das intellektuelle Kapital eines ganzen Krankenhauses, eines Altenheims oder eines Gesundheitsverbandes nur schwer greifbar. Der Arbeitskreis Wissensbilanz hat im Zuge des Projekts “Wissensbilanz – Made in Germany” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) eine Methode entwickelt, diese immateriellen Erfolgsfaktoren von Unternehmen und Institutionen zu messen.

E-Learning
E-CME: Viele Kunden effizient schlauer machen
von Magdalena Swiniarska
Mehr als 2.000 Nutzer innerhalb von nur acht Monaten und längere Interaktionszeiten bei deutlich geringeren Kosten als beim Außendienstbesuch – das sind Ergebnisse des von Bausch & Lomb Dr. Mann Pharma sowie GAIA entwickelten Online Fortbildungssystems für Apotheken. Und: Kunden wissen nach der Fortbildung signifikant mehr über Erkrankungen und Produkte.

TITELTHEMA: WISSEN UND MOTIVATION

Vom Vor-Gesetzten zur Führungskraft
von Doris Stempfle
Unternehmen wollen sich zu lernenden Organisationen entwickeln und die Mitarbeiter müssen lebenslanges Lernen künftig als Selbstverständlichkeit interpretieren. Doch die Herausforderungen der Wissensgesellschaft lassen sich nur mit engagierten Menschen bewältigen. Umso erschreckender muten Untersuchungsergebnisse zur Mitarbeitermotivation an: „Deutsche Firmen vergeuden ein Drittel der Arbeitszeit.“ Zu diesem Befund kommt die Unternehmensberatung Proudfoot. Demnach nehmen sich die Manager zu wenig Zeit, sich um ihre eigentlichen Führungsaufgaben zu kümmern. Konsequenz: demotivierte Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeitszeit höchst ineffizient umgehen. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup fand in einer Studie heraus, dass 70 Prozent der Befragten Dienst nach Vorschrift machen. Die Gründe: schlechtes Management, mangelnde Anerkennung, die falsche Position, Desinteresse des Vorgesetzten, fehlende Förderung.

Motivation dank Kommunikation
von Ina Finke
Viele Wissensmanagement-Projekte scheitern daran, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter Wissensmanagement als Zusatzaufwand wahrnimmt und es dadurch offen ablehnt oder ignoriert. Einen zentralen Ansatzpunkt für die Verbesserung der Akzeptanz von Wissensmanagement bietet die interne Kommunikation. Der vom Fraunhofer IPK entwickelte Kommunikationsassistent unterstützt Führungskräfte und Projektleiter bei dieser Aufgabe. Er bietet in den einzelnen Einführungsphasen praktische Hilfsmittel und unterstützt die Mitarbeiter so bei der Planung und Durchführung von Wissensmanagement-Projekten.

Wissenskooperation: Gemeinsam zum Erfolg
von Marco Bettoni, Franziska Borter
Die zunehmende Komplexität und Dynamik von Märkten und Technologien verstärken auch die Trends zur Dezentralisierung der Unternehmensorganisation und der Kompetenzen. Für das Wissensmanagement ergibt sich dadurch eine Verschiebung der Prioritäten. Während bisher die technische Realisierung im Vordergrund stand, müssen sich Unternehmen nun primär mit der Einbettung von Wissensmanagement in verteilte Organisationen beschäftigen. Die Wissenskooperation ist ein neuer Ansatz, welcher der partizipativen Kultivierung von Wissen dient. Im Gegensatz zum klassischen Wissensmanagement berücksichtigt und fördert Wissenskooperation das intellektuelle und das soziale Kapital als gekoppeltes System. Social-Software-Tools dienen als Instrumente zur Entwicklung dieser neuen Wissenskultur.

Mitarbeiter in der Verantwortung
von Bernhard Dühr
Immer mehr Unternehmen überantworten den Mitarbeitern die Verwaltung und Pflege ihrer persönlichen Daten, da sie die Quelle des erforderlichen Wissens sind. Dies erfolgt mithilfe von so genannten Employee Self Services (ESS), die den Firmen durch ein effizienteres Informationsmanagement schlankere Prozesse bescheren und gleichzeitig auch den Mitarbeitern Vorteile bieten.

DOKUMENTATION + KOMMUNIKATION

Informationsmanagement
E-Mail und RSS: Kommunikation im Doppelpack
von Rolf Kremer
E-Mails sind heutzutage aus der Unternehmenskommunikation nicht mehr weg zu denken. Doch neben den E-Mails hat auch die Informationsverteilung mittels RSS in den vergangenen drei Jahren ein starkes Wachstum erfahren. Bisher waren es meist nur private Anwender, die versuchten, die aktuellsten Nachrichten mittels RSS Reader aus den unzähligen Blogs, Wikis und anderen Kommunikationsmedien zu beschaffen. In Zukunft wird das Thema RSS aber auch für immer mehr Unternehmen interessant. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass RSS ein fester Bestandteil in den am Markt gängigen Unternehmenslösungen für E-Mail und Groupware geworden ist. Den größten Nutzen zeigt dabei die Kombination von Emails und RSS. Unternehmen können ihren Mitarbeitern so kostengünstig und zielgerichtet Informationen bereitstellen.

Wissensdatenbanken
Übersetzungshilfe gesucht – Wissenstool gefunden
von Philipp Grieb
Die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen: Die Menge an Fachinformationen wächst ständig, die Innovationszyklen werden immer kürzer und die Halbwertszeit des Wissens sinkt stetig – vor allem in den technischen Bereichen. Hinzu kommt, dass international agierende Firmen mehrsprachig, vor allem in Englisch, kommunizieren, informieren und dokumentieren. Gerade neue Mitarbeiter haben es deshalb schwer, sich einzuarbeiten, da für sie sowohl der Firmenslang als auch die fremdsprachigen Dokumente ungewohnt sind. Komfortable Nachschlagewerke und Informationstools helfen, die mit jedem Wechsel der Aufgaben verbundenen Lernphasen schneller zu bewältigen.

Datensicherheit
Informationslecks stopfen – Wissen schützen
von Beatrice Gaczensky
Unternehmen leiten in ihren Geschäftsprozessen täglich wertvolle Informationen weiter. Besonders das geistige Eigentum der Unternehmen ist dabei stark gefährdet. Produktpiraterie kann zu erheblichen finanziellen Einbußen führen. Motiviert durch Medienberichte über Firmenspionage und Hackerangriffe aus China versuchen Sicherheitsverantwortliche, ihre Informationen mit den neuesten Technologien gegen Angriffe von außen zu schützen. Doch Industriespione, die das intellektuelle Kapital von Unternehmen gezielt stehlen, sind nur eine von vielen Bedrohungen. Wesentlich größer ist die Gefahr, dass die eigenen Mitarbeiter vertrauliche Dokumente und Daten versehentlich an die falschen Empfänger senden.

HUMAN RESOURCES

Wissensmanagement und Recht
Ausgewählte Probleme des Arbeitnehmerdatenschutzes
von Christina Wehr, Thomas Sassenberg
Häufig stehen sich im Datenschutzrecht zwei Positionen gegenüber. Auf der einen Seite wollen viele Unternehmen personenbezogene Informationen möglichst Gewinn bringend einsetzen. Auf der anderen Seite besteht ein Interesse des Einzelnen, dass Informationen über ihn nicht überall verfügbar und abrufbar sind. Das Datenschutzrecht soll verhindern, dass der Einzelne durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt wird.

Weiterbildung
Value of Investment: Der Nutzen im Mittelpunkt
von Christine Tuchscherer, Frank W. Hilsberg
Wer den Erfolg einer Bildungsmaßnahme allein durch den Return on Investment (ROI) legitimiert, sie also finanziell rechtfertigt, greift zu kurz. Wenn Mitarbeiter ein Seminar zum Thema Wissensmanagement absolvieren und sich dadurch der Wissenstransfer im Unternehmen verbessert, wird sich dies nicht immer sofort in Heller und Cent auszahlen. Der quantitative und immaterielle Nutzen und Wert der Maßnahme – der so genannte Value of Investment (VOI) – ist jedoch vorhanden. Das heißt: Auch wenn der ROI ein negatives Ergebnis anzeigt, kann eine Maßnahme dennoch einen hohen Wert für das Unternehmen haben.

TRENDS

Immaterielles Eigentum
Creative Commons Lizenzen: Urheberrecht im digitalen Zeitalter
von Frank Linde, Nicole Ebber
Urheber genießen in Deutschland einen gesetzlichen Schutz durch das Urheber-rechtsgesetz. Dieses gewährt ihnen die exklusiven Rechte, ihre Werke zu veröffentlichen, zu verbreiten, zu vervielfältigen, auszustellen und gegen Entgelt zu verwerten. Die Übertragung der Nutzungsrechte an Dritte bedarf einer individuellen Absprache, z.B. in Form eines Lizenzvertrages. Doch die Wissensgesellschaft sieht sich aufgrund ungeahnter Möglichkeiten der Publikation und Nutzung digitaler Güter mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Diese verlangen von Akteuren im digitalen Raum, entsprechende Potenziale zu erkennen und sie in einem rechtlich abgesicherten Rahmen zu nutzen. Hierbei können Creative Commons Lizenzen die Urheber in Form einer effektiven und flexiblen Rechtegestaltung unterstützen.

Prozessoptimierung
Wissen und Information integrativ managen: Ein Vorgehensmodell
von Clemente Minonne-Jenny
Welche Bedeutung hat das integrative Management von Wissen und Information? Diese Frage war der zentrale Bestandteil einer aktuellen in der Schweiz durchgeführten Studie zum Umgang mit Wissen im Unternehmen. Aufbauend auf den Ergebnissen ist das EIDA Vorgehensmodell entstanden, das Organisationen dabei unterstützt, die treibenden Faktoren für das Management von Wissensinnovationsprozessen (implizite Dimension) und Wissensobjekten (explizite Dimension) zu identifizieren. Das Modell hilft Unternehmen, ihre strategische Orientierung und Intention in strukturierter Form zu analysieren, neu auszurichten und zu implementieren.

WISSENSWERTES

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Rezension
Verborgene Talente entdecken und heben

Kolumne
Was Wikis mit intellektuellem Kapital zu tun haben
von Anja Flicker

Lesen Sie die Artikel online.

© Büro für Medien, Oliver Lehnert
 


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