wissensmanagement, Heft 4/2007 (Titelthema: Kommunikation im Web 2.0: Pods, Blogs und RSS)
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[English title: wissensmanagement, 4/2007 (Special topic: Communikation in the Web 2.0: Pods, Blogs and RSS)]

Titelthema
Kommunikation im Web 2.0: Pods, Blogs und RSS
Die Zeiten der passiven Informationsaufnahme sind vorbei. Aktiv mitgestalten lautet die Devise im 21. Jahrhundert. Wikis, Blogs und RSS-Feeds ermöglichen einen intensiven, globalen Wissensaustausch, fördern die Unternehmenskommunikation und erleichtern die Projektarbeit erheblich. Immer mehr Unternehmen greifen daher auf diese neuen Technologien zurück. Doch welche Möglichkeiten bieten Social Software und das Web 2.0 tatsächlich? Wie kann man sie am gewinnbringendsten einsetzen? Und welche Risiken sind damit verbunden?

Editorial
Web 2.0 – und die Welt steht Kopf

News

Praxis Wissensmanagement

Ideen- und Innovationsmanagement
Der Heureka!-Effekt: Vom Wissen zur Innovation
von Carsten Deckert
Archimedes sollte herausfinden, ob die Krone von Hieron II tatsächlich aus Gold sei. Das spezifische Gewicht von Gold war ihm bekannt, aber für die Bestimmung des Goldgehalts musste er das Volumen der Krone berechnen. Er dachte mehrere Tage darüber nach. Doch erst als er ein Bad nahm und beobachtete, wie sein Körper das Wasser verdrängte, erkannte er, dass er das Volumen der Krone über ihre Wasserverdrängung bestimmen konnte. Er rief: Heureka! – Ich hab´s gefunden! Archimedes ist damit zum Sinnbild für plötzliche Geistesblitze geworden. Doch warum ist er nicht sofort auf die Lösung gekommen? Alle Wissensbestandteile waren vorhanden. Trotzdem konnte er sie nicht zu einer Lösung verknüpfen. Diese Frage spielt auch heute noch eine große Rolle, vor allem bei der Forschung und Entwicklung: Wie können Unternehmen aus ihrem vorhandenen Wissen möglichst viele kreative Ideen gewinnen?

Special: Automobilindustrie

Automobilindustrie
Koordiniertes Kopieren und kreatives Kooperieren
von Florian Kohlbacher
Toyota – das dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert – scheint seiner Konkurrenz davon gefahren zu sein. 2003 haben seine Gewinne erstmals die Einnahmen seiner drei größten Wettbewerber zusammen überstiegen. Als profitabelster und schon bald auch stückzahlmäßig größter Automobilhersteller der Welt ist Toyota nicht nur in seiner Branche hoch angesehen, sondern dient auch vielen anderen Firmen rund um den Globus als Vorbild und Benchmark. In der Tat gehören für viele industrielle Hersteller – aber mittlerweile auch Dienstleistungs- und andere Firmen – von Toyota abgeleitete Schlagwörter und Konzepte wie „Lean Manufacturing“ und TPS (Toyota Production System) zum Repertoire oder sind Teil eines Reformierungs- und Verbesserungsplanes. Doch obwohl Toyota mit seinen Management- und Arbeitspraktiken recht offen umgeht und diese auch seit vielen Jahren in zahllosen Publikationen, Kursen und Workshops beschrieben und gelehrt werden, gelingt es kaum einem Unternehmen Toyota nachzuahmen oder die Prinzipien überhaupt nur annähernd so erfolgreich einzusetzen. Was ist das Geheimnis von Toyotas Erfolg und des Toyota Way? Kann Toyota überhaupt kopiert werden und wenn ja wie?

Gut beraten: Kundenbetreuung in der Automobilbranche
von Leander Härter
In den vergangenen Jahren haben sich die Ansprüche der Kunden stark gewandelt – auch in der Automobilbranche. Sie haben nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Modellen, sondern auch zwischen unzähligen Ausstattungsvarianten und vielfältigen Services. Durch die größere Komplexität der Fahrzeuge mit immer neuen Möglichkeiten zur Individualisierung steigt das Informationsbedürfnis auch in den nächsten Jahren weiter an. Die Folge: Die Kunden möchten mit ihren Fragen, Beschwerden und Anregungen zunehmend direkt mit den Automobilherstellern in Kontakt treten. Die Kundenbetreuung steht deshalb vor der großen Herausforderung, den Kunden einen Premiumservice in einem zunehmend komplexeren Umfeld zu bieten.

Zeit ist Geld: Reparaturanleitungen per Knopfdruck
von Stefan Freisler
Das Auto ist mehr und mehr ein fahrender Computer. Bereits heute beträgt der Anteil an elektronischen Komponenten und Computerprogrammen in einem PKW schon über 30 Prozent – Tendenz steigend. Dementsprechend steigt der Aufwand, die Fahrzeuge zu warten. Werkstattinformationssysteme bieten hierbei weitreichende Unterstützung. Sie liefern alle für die Reparatur relevanten Daten.

Titelthema: Kommunikation im Web 2.0

Web 2.0 im Unternehmen
von Isabella Peters, Wolfgang G. Stock

Web 2.0 – ein neuer Begriff in aller Munde [1] und doch schwer zu definieren. Von Hype, Buzz-Word, demokratischem Web, Social Web, Mitmach-Web, Marketing-Kniff, „terrible twos“ und Trend des Jahres 2006 ist da die Rede. Eingeführt wurde die Bezeichnung von Tim O’Reilly als Titel einer Konferenz. Was steckt im Web 2.0 für das Wissensmanagement drin? Welche Dienste sind sinnvoll? Welche Chancen und Risiken bringen die neuen Technologien mit sich? Und wie können Unternehmen ihnen begegnen.

Stadtwikis – die kommunale Revolution im Web 2.0
von Thomas Gerick
„Meinten Sie Stadtwerke?“ Die Suchmaschine Google ist skeptisch, wenn man den Begriff Stadtwikis in den Browser eingibt. Die automatische Rechtschreibkorrektur des beliebtesten Informationsbeschaffungswerkzeuges im Netz funktioniert nach statistischen Mechanismen. Und dabei haben die Stadtwerke mit über fünf Millionen Treffern deutlich die Nase vorn. Noch. Denn die Inhalte in so genannten Stadtwikis explodieren – weltweit. Identifizierte Google im Oktober 2006 in 0,09 Sekunden ungefähr 11.700 Treffer, sind es heute – Ende April 2007 bereits über 230.000. Aber was sind Stadtwikis eigentlich? Und welchen Nutzen bieten sie?

Blogs und Wikis im Unternehmenseinsatz
von Peter Schütt

Blogs und Wikis erobern die Unternehmen. Doch längst nicht allen ist klar, was man damit im Unternehmen machen soll und kann. Firmen fürchten Schulungsaufwände, dabei kennen sehr viele Mitarbeiter diese Tools bereits aus ihrem privaten Internet-Alltag. Viel schlimmer ist die häufig übersehene Gefahr, Betriebsgeheimnisse in öffentlichen Tools preiszugeben. Doch welche praktischen Erfahrungen gibt es mit den neuen Web-2.0-Tools im Unternehmensalltag?

Corporate Web 2.0 – eine Herausforderung für Unternehmen
von Klaus Tochtermann, Gisela Dösinger, Alexander Stocker
War der Begriff Web 2.0 bis vor kurzem Unternehmen noch weitgehend fremd und in erster Linie mit den Erfolgsgeschichten großer Firmen wie Amazon, Google oder Wikipedia verbunden, so werden zunehmend auch traditionelle Unternehmen darauf aufmerksam und stellen sich die Frage, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. Und auch Analysten sehen und analysieren diesen Trend. So ist im 2006 Emerging Technologies Hype Cycle von Gartner das Web 2.0 eines von drei zentralen Themen, die innerhalb der nächsten Jahre für Unternehmen Bedeutung gewinnen werden. In einer Marktanalyse von Booz Allen Hamilton [2] wird betont, dass sich das Web 2.0 im Leben der Konsumenten immer weiter durchsetzt und sich demnach auch Unternehmen mit Chancen und Implikationen im Hinblick auf ihre Kundenbeziehungen auseinander setzen werden müssen.

Dokumentation + Kommunikation

Wissensarchivierung
Klimaforschung via Internet
von Rolf Bastian
Daten der Klima- und Umweltforschung allgemein verfügbar zu machen, ist das Ziel des elektronischen Langzeitarchivs Pangaea – Publishing Network for Geoscientific and Environmental Data. Es wurde vom Alfred-Wegener-Institut für Polarund Meeresforschung in Bremerhaven gemeinsam mit dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM), Bremen, als Informationssystem für Mess- und Beobachtungswerte aufgebaut. In diesem Data Warehouse sind Milliarden exakter Messwerte aus der Erdsystemforschung gespeichert, auf die ansonsten kaum systematisch zugegriffen werden könnte. Sie stehen über Internet- Portale der Wissenschaft für weiterführende Analysen zur Verfügung. Das Bibliothekskonzept ermuntert immer mehr Wissenschaftler, ihre Forschungsdaten einzustellen, sodass der Bestand rapide wächst. Damit hat sich Pangaea zu einer zentralen Bibliothek für eine Vielzahl von geowissenschaftlichen Disziplinen entwickelt.

Wissen archivieren
Arkema verkürzt Time-to-Web durch dynamische Content-Management-Lösungen
von Nicole Dietrich
Arkema feiert Geburtstag: Im Mai 2006 wurde der Hersteller von Chemieprodukten zum ersten Mal an der Pariser Wertpapierbörse geführt. Dies war gleichzeitig der erste große Belastungstest für die neue Webseite des Unternehmens. Mehr als 16.000 Internet-Besucher registrierte Arkema an diesem Tag – und das System hielt dieser außergewöhnlichen Beanspruchung problemlos Stand.

Wissen bewerten
Das Web 2.0 als Kompetenzrechner
von Hans-Diedrich Kreft
Seit Anfang 2007 steht für Experten aus den betrieblichen Bereichen Wissensmanagement, Personalwirtschaft, Human-Ressource-Management und Controlling ein neuer Web-2.0-Service zur Verfügung: das competWEB. Dort können Firmen und Webnutzer Kompetenzen eingeben und monetär bewerten lassen. Daraus ergeben sich völlig neuartige Erkenntnisse, die weit über die bisherigen Methoden des Wissensmanagement hinaus weisen. Derart könnte das Wissensmanagement methodisch Neues bieten und den lang vermuteten interdisziplinären Brückenschlag zwischenÖkonomie, Management- und Kommunikationswissenschaften leisten.

Human Resources

Change Management
Den ständigen Wandel leben
von Konrad Stadler
Die enorme Herausforderung für Menschen und Organisationen besteht heute bildlich gesprochen darin, in kurvigem, teils unwirtlichem Gelände immer schneller unterwegs zu sein – ohne eine genaue Landkarte. Diese Situation hat etwas Aufregendes und kann dazu anspornen, neue Wege zu gehen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Doch steigt mit der Offenheit auch der Grad an Ungewissheit und Unsicherheit. Chancen und Risiken sind die beiden Seiten der Medaille von Veränderung und Wandel. Doch was kann die Angst verringern und die Lust auf Neuland steigern? Was macht Unternehmen überhaupt wandelfähig Und was bedeutet das für Führungskräfte und die Gestaltung der Unternehmenskultur?

Gesellschaftswandel
Die klassische Führungslaufbahn als Auslaufmodell
von Thomas Doyé
Veränderte Wirtschaftsstrukturen und der damit verbundene Wettbewerbsdruck haben in den Unternehmen zu Lean Management in vielfacher Ausprägung geführt, vor allem zu schlanken Organisationen. Durch diese Ausdünnung sind in vielen Unternehmen hierarchische Ebenen weggefallen – parallel dazu ist eine Prozessorientierung entstanden. An die Stelle einer kontinuierlichen Aufgabenabarbeitung treten Projekte. Damit verändert sich auch der klassische Karrierebegriff. Denn mittlerweile haben strukturelle Veränderungen einen großen und vor allem nachhaltigen Einfluss auf die Laufbahnentwicklung. Neben Outsourcing von Unternehmensteilen sind dies vor allem die zunehmende Internationalisierung, die Auswirkungen der Demografie, die Änderungen der Wirtschaftsstrukturen sowie der weltweite Wandel von der Produktions- zur Wissensgesellschaft.

Trends

Syntegration®
Durch vernetztes Wissen zum strategischen Erfolg
von Floriane Kappler, Volker Maiborn
Obwohl noch nie so viele Daten über Märkte, Kunden und Technologien zur Verfügung standen wie heute, scheint die Zukunft mancher Unternehmen immer undurchsichtiger. Häufig sind es überraschende Konstellationen und Probleme von unerwarteter Seite, die es den Verantwortlichen schwer machen, die richtige Entscheidung zu treffen. Woran liegt das? Warum gleitet Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft die Situation immer häufiger aus der Hand, warum entstehen Fehleinschätzungen und Rückschläge? Liegt es daran, dass die Welt heute so komplex geworden ist, dass Märkte und Kunden inzwischen ein weltumspannender, nicht mehr zu überschauender monströser Organismus geworden sind, in dem dauernd Unvorhergesehenes passiert?

Wissensmanagement-Werkzeuge
Stakeholder-Dialoge mit Creativev Commons Lizenzen positiv lenken
von Frank Linde, Nicole Ebber
Nonprofit-Organisationen (NPOs) möchten ihre Umwelt mit Informationen und Wissen zu speziellen Themengebieten versorgen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlich relevanten oder gar lebensnotwendigen Aufklärung leisten. Dabei gilt: Je mehr Menschen Zugang zu diesen Informationen erhalten, desto nachhaltiger können diese auch die Ziele der NPO unterstützen. Darüber hinaus möchten NPOs ihre Umwelt über Marketingmaßnahmen zu persönlicher, ideologischer und finanzieller Unterstützung anregen. Der zweite Teil der Beitragsserie zum Thema Creative Commons Lizenzen (CCL) erläutert, welche Chancen CCL den Nonprofit- Organisationen in diesem Zusammenhang eröffnet, zeigt aber auch mögliche Risiken auf.

Wissenswertes

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Kolumne
Wissensmanagement – zurück zur Zentralverwaltung?
von Achim Reuther

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© Büro für Medien, Oliver Lehnert


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