wissensmanagement, Heft 7/2007 (Titelthema: Global statt national: Standortübergreifendes Wissensmanagement)
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[German title: wissensmanagement, Issue 7/2007 (Special topic: Global instead of national: Knowledge Management between locations)]

Titelthema:
Global statt national: Standortübergreifendes Wissensmanagement
Expandierende Märkte im Zuge der EU-Erweiterung, internationale Zusammenarbeit dank zunehmender Globalisierung: Die Welt wächst zusammen. Unternehmen, Behörden und Vereine agieren quer über den ganzen Erdball. Das erfordert neben viel Fingerspitzengefühl vor allem einen reibungslosen Informationsaustausch. Doch Sprach-, Kultur und Zeitbarrieren machen Wissensmanagement im internationalen Kontext zu einer besonderen Herausforderung. So pflegen zum Beispiel asiatische Mitarbeiter einen ganz anderen Umgang mit der Ressource Wissen als deutsche oder afrikanische Angestellte. Wie kann man Wissen über verschiedene Zeitzonen hinweg stets aktuell verfügbar machen? Welche kulturellen Unterschiede gibt es im Umgang mit Informationen? Und von welchen Nationen können wir uns Strategien für ein erfolgreiches Wissensmanagement abschauen?
 

Editorial
Regional, national, global: Wissen verbindet?

News

PRAXIS WISSENSMANAGEMENT

Wissensmanager des Jahres
Wissensmanagement zahlt sich aus
von Klaus North, Alexandra Hingott
Wissensmanagement bringt nachweislichen Nutzen. Dies beweisen die Unternehmen, die sich um den Preis „Wissensmanager des Jahres” 2002 bis 2006 erworben haben. Preisträger und Bewerber zeigten eindrucksvoll, dass mit einem ganzheitlichen Ansatz wissensorientierter Unternehmensführung, in dem das Zusammenwirken von Mensch, Organisation und Technik angemessen berücksichtigt wird, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erzielen sind. Die Unternehmen beweisen, dass Wissensmanagement kein Selbstzweck ist, sondern sich auf die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und die Verbesserung von Kundenbeziehungen sowie eine Effizienzsteigerung auswirkt.

E-Commerce
Internetmarketing 2.0 – Paradigmenwechsel im Vertrieb
von Sanjay Sauldie
Die Zeiten, in denen Unternehmen darauf warten konnten, dass interessierte potenzielle Kunden zur Tür hereinspaziert kamen, sind längst Vergangenheit. Aktiver Vertrieb ist angesagt – auch im Internet. Eine Website zu betreiben, reicht dazu nicht mehr aus. Wer über das Internet erfolgreich Geschäfte machen will, muss umdenken, sich das Wissen und das Suchverhalten seiner Zielgruppe zu eigen machen und aktiv um ihre Aufmerksamkeit werben.

Online-Shops
Von Web 2.0 zu E-Commerce 2.0
von Frank Schönefeld
„Shop around the clock“ – der derzeitige wirtschaftliche Aufschwung lässt auch den elektronischen Handel schwingen. Unter deutschen Internetnutzern ist Online-Shopping sogar so weit verbreitet wie nirgendwo sonst in Europa. Dies hat die Studie „Mediascope Europe“ der European Interactive Advertising Association (EIAA) ergeben. Rund 80 Prozent der deutschen Internetnutzer kauften demnach im relevanten Zeitraum eines halben Jahres online ein. Kein Wunder, dass im so genannten Web 2.0 Shopping- und Preisvergleichsportale Hochkonjunktur haben.

Persönliches Wissensmanagement
Woher wissen Sie, was Sie wissen sollten?
von Richard Schieferdecker, Gerald Lembke
Der falsche Umgang mit dem eigenen Wissen und persönlichen Informationen resultiert häufig aus einer fehlenden persönlichen Vision bzw. fehlender Zielsetzung. Nur wenn ich weiß, wo ich hin will und wo ich heute stehe, kann ich auch bestimmen, welche Informationen und welches Wissen relevant sind, um vom Start zum Ziel zu kommen. Persönliches Wissensmanagement ist vor diesem Hintergrund sowohl Ressource als auch Teil der Fähigkeiten und persönlichen Arbeitsprozesse im Rahmen eines umfassenden Selbstmanagements.

Prozessoptimierung
Wissen aus Stahl: Know-how-Sicherung im Hochofenbetrieb
von Thomas Gerick
Kompetenz in Stahl – mit mehr als 125 Jahren Erfahrung in der Erzeugung von Stahl ist die voestalpine Stahl Donawitz GmbH & Co KG (VASD) einer der großen Namen in der europäischen Stahlindustrie. Das Kerngeschäft ist die Konfektion kundenspezifischer Stähle mit exakt definierten Werkstoffeigenschaften, wie sie etwa für die Produktion von Eisenbahnschienen erforderlich ist. In dem Unternehmen produzieren ca. 1.000 Mitarbeiter etwa 1.500.000 Tonnen Stahl pro Jahr. Wie bei vielen Organisationen, so hatte auch bei VASD um die Jahrtausendwende das „Wissen ist Macht-Prinzip“ den täglichen Wettbewerb zwischen Mitarbeitern und Abteilungen bestimmt. Das unternehmensweite Denken in Zusammenhängen und Netzwerken war in der Praxis nicht in ausreichendem Maße gemanagt worden. Dazu kam, dass im Zuge der Privatisierung seit Mitte der 90er Jahre im Produktionsbereich massiv Personal abgebaut worden war.

TITELTHEMA: GLOBAL STATT NATIONAL

Kultur- und Sprachunterschiede meistern
von Parissa Haghirian
Multinationale Unternehmen schaffen und erhalten viele ihrer Wettbewerbsvorteile durch effizientes Wissensmanagement innerhalb ihrer global verzweigten Organisationen. Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden, oft sind wertvolle Produkt- oder Managementideen schon innerhalb eines Unternehmens vorhanden, müssen nur lokalisiert und an die richtigen Stellen weitergeleitet werden. Dort werden sie an lokale Verhältnisse angepasst und danach Profit bringend für das Unternehmen eingesetzt. Wissen wird also überwiegend durch Transferprozesse gemanagt – und Wissensmanagement in multinationalen Unternehmen aus diesem Grund vor allem mit dem Transfer von Wissen gleichgesetzt.

Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
von Johanna Meixner, Alexander Lechterbeck
Die Globalisierung der Wirtschaft und die Internationalisierung des Berufslebens stellen heute an Unternehmen, Geschäftsbetriebe und die darin involvierten Menschen neue und vielfältige Anforderungen. Die Bewältigung dieser Aufgaben erfordert ein integrierendes, zusammenführendes Denken, das auf einem breiten Horizont beruht, von größeren Zusammenhängen ausgeht und viele Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Veränderung des Denkens geschieht in der Anwendung bzw. Umsetzung einer solchen Denkweise, die vom Einzelnen selbst zu leisten ist. Entgegen der in der Wirtschaft gängigen Praxis des Coachens und Trainierens von Managern und Mitarbeitern sind aber auch die in der Wissenschaft bisher noch ungenügend thematisierten menschliche Ressourcen des intuitiven, impliziten Wissens und Handelns ein zentraler Baustein auf dem Weg zur interkulturellen Kommunikation.

Implizites Marketingwissen zum leben erwecken
von Florian Kohlbacher
Wissensmanagement hat mittlerweile in den verschiedensten Organisationsebenen und Funktionsbereichen Einzug erhalten und wird in einer breiten Palette von Gebieten erfolgreich eingesetzt. Umso mehr verwundert es, dass Wissensmanagement im Bereich Marketing bisher noch kaum Beachtung gefunden hat. In der Tat scheinen Marketingaktivitäten den Quantensprung vom reinen Daten- und Informationsmanagement hin zum innovationsfördernden Wissensmanagement nicht zu schaffen. Dabei ist gerade der aktive Umgang mit implizitem Wissen und dessen Kokreation mit verschiedenen Partnern für ein erfolgreiches Marketing entscheidend.

DOKUMENTATION + KOMMUNIKATION

Web-Performance
Gedächtnistraining für Europas führendes Wissensportal
von Barbara Feldmann
Wenn einem ein gesuchter Begriff oder ein historisches Datum sprichwörtlich auf der Zunge liegt, aber nicht ans Licht der Erkenntnis will, kann das Nerven aufreibend sein. In solchen Situationen ist es außerordentlich befreiend, in einem umfassenden Lexikon zu blättern – oder einfach online nachzuschauen. Wenn das gewählte Wissensportal im Internet jedoch noch langsamer arbeitet als die eigene Erinnerung, dann ist das gleich doppelt frustrierend. Um die Wissenslücken seiner Besucher schnell und ohne nervende Wartezeiten zu schließen, hat sich wissen.de für eine Generalmodernisierung seines Online-Portals entschieden.

Wissensweitergabe
Wissensmanagement in einem universitären Halbleiterbüro
von Linda Nowack, Walter Hansch
Wissensmanagement wird immer häufiger und intensiver in Unternehmen eingesetzt. Auch Universitäten haben den Vorteil von Wissensmanagement bereits erkannt und stellen nach und nach Lehrmaterialien und Forschungsthemen universitätsweit zur Verfügung. Kleinere Einheiten, wie Lehrstühle und angegliederte Labore, schließen sich diesem Prozess jedoch nur zögerlich an. Welche Bedenken gehen mit der Einführung von Wissensmanagement einher? Und wie können die Mitarbeiter von den Vorteilen überzeugt und zur aktiven Beteiligung motiviert werden?

Mobiles Arbeiten
Smartphones – Fluch oder Segen?
von Peter Schütt
Smartphones à la Blackberry haben die Managementetagen in vielen Unternehmen im Sturm erobert und weiten nun dank sinkender Preise die Nutzung von Push-Mail-Diensten auf weitere Felder in den Unternehmen aus. So entsteht in einigen Bereichen ein Mehr an Flexibilität und Mobilität. Andererseits verändern sich darüber die Lesegewohnheiten bei E-Mails, aber auch die Besprechungskultur leidet. Nur ein smarter Einsatz von Smartphones bringt ausschließlich Vorteile. Ansonsten besteht die große Gefahr, dem Unternehmen eher zu schaden – und zwar nicht nur wegen hoher Telefonrechnungen.

HUMAN RESOURCES

Wissen und Kommunikation
Zwischen den Zeilen lesen: Zuhörkompetenz für Führungskräfte
von Lothar Stempfle
Ein Blick in die Rhetorik-Literatur zeigt: Reden ist Gold, Schweigen ist Blech. Insbesondere Führungskräften bieten Ratgeberbücher zahlreiche Kommunikationstechniken an, die helfen sollen, das Publikum – also die Mitarbeiter – zu überzeugen. Das ist richtig und gut so – zuweilen jedoch wird darüber vergessen, dass der Mensch zwei Ohren hat, mit denen er nicht nur das Gleichgewicht halten, sondern auch zuhören kann.

Interview
Clevere erweitern ständig ihr Wissen
mit Ursula Staudinger
Bekanntlich wird die Arbeitnehmerschaft immer älter. Schon jetzt spüren das die Unternehmen. Daher müssen sie überlegen, wie sie mit der älter werdenden Belegschaft die Aufgaben der Zukunft meistern, Produktivität und Innovation sichern. Die Employability (Beschäftigungsfähigkeit) der Arbeitnehmer dauerhaft zu erhalten, ist daher im ureigenen Interesse der Arbeitgeber. Dafür bedarf es aber verstärkter Investitionen in die Weiter-, Neu- und Umbildung, auch seitens der Arbeitnehmer. Wie ist der Status Quo in deutschen Unternehmen zum Thema lebenslanges Lernen? Wie können sie sich nachhaltig zu lernenden Organisationen entwickeln? Und welche Chancen und Risiken birgt dieser Prozess? Diese und andere Fragen beantwortet Psychologieprofessorin Ursula Staudinger, Leiterin des Jacobs Center for Lifelong Learning and Institutional Development der Jacobs University Bremen, im Interview mit wissensmanagement – dem Magazin für Führungskräfte.

Mitarbeiterkompetenzen
Erfolg: Eine Frage der Performance?
von  M.-Peter Zahn
Unternehmen agieren in weltweiten ökonomischen Netzen, in denen in immer kürzeren Abständen Produkte und Dienstleistungen entwickelt und vermarktet werden. Das heißt, sie sind gezwungen, vorausschauend zu denken und schnell auf den Wettbewerb zu reagieren. Viele etablierte Unternehmen der „Old Economy“ haben es nicht schnell genug geschafft, sich von traditionellen Denkmustern, Verhaltsweisen, Organisationsformen und Marktzugängen zu lösen. Selbst Unternehmen der „New Economy“ sind dieser rasanten Entwicklung zum Opfer gefallen. Die schnellen und komplexen Veränderungen der globalen Wirtschaft stellen große Herausforderungen an die Organisation, Führungskräfte und Mitarbeiter dar. Es ist nicht absehbar, dass sich dieser Druck in naher Zukunft reduziert – im Gegenteil! Daher müssen Unternehmen verstärkt an ihrer Performance arbeiten und Schwachstellen frühzeitig erkennen. Nur so können sie auf Marktveränderungen jederzeit optimal reagieren.

Wissensmanagement und Bildung
Lebenslanges Lernen – von der Schule bis zur Pension
von Alexandra Sindler, Jürgen Hochsam, Klaus Schweiger
Die traditionelle Vorstellung, es genügen einmal erworbene Qualifikationen, wird gegenwärtig abgelöst: vom Lernen als lebensbegleitenden Prozess. Dieser Zugang kann auch in der Pharmazie aufgrund der immensen Forschungsdichte und der daraus resultierenden neuen Befunde nur bestätigt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Welche Folgen sind für Bildungsinstitutionen im Hinblick auf die Bereitstellung von Bildungsangeboten zu erwarten? Ein konkreter Lösungsansatz wird im Einsatz von Neuen Medien und den damit verbundenen modernen Arbeitsformen gesehen. Ihnen werden neben einem effektiveren Lernen und der Förderung von fächerübergreifenden Fähigkeiten insbesondere die komfortablen Möglichkeiten für einen eigenständigen Kompetenzaufbau zugesprochen, der gleichzeitig eine wesentliche Grundlage für lebenslanges Lernen darstellt. In diesem Sinne bietet das Modell PharmXplorer in Kombination mit Kompetenz-Portfolios ein leistungsfähiges
Angebot für eine gezielte und erfolgreiche Studien- und Karrierelaufbahn in der Pharmazie.

TRENDS

Erfolgsmessung
Erfolg oder Misserfolg – das ist hier die Frage!
von Werner Schachner, Klaus Tochtermann
Ein brennendes Thema heutiger Diskussionen zum Wissensmanagement ist die Frage nach der Erfolgsmessung. Ob Wissensbilanz, Wissensaudit, Balanced Scorecard oder Skandia Navigator – eines haben alle Messinstrumente und -methoden gemeinsam: die Frage nach den richtigen Messgrößen! Wie in jeder anderen Managementdisziplin sind auch im Wissensmanagement Zielsetzung sowie Kontrolle und Evaluierung fixe Bestandteile des Managementkonzepts. So werden etwa von Probst Wissensziele und Wissensbewertung bzw. -messung explizit als Bausteine im Wissensmanagement-Konzept angeführt. Trotz alledem lässt sich in der Praxis beobachten, dass eben diese beiden Bausteine vernachlässigt behandelt oder gar nicht berücksichtigt werden. Ob aufgrund mangelnden Bewusstseins oder fehlenden Know-hows – für beide Fälle gilt: Was nicht gemessen wird, kann auch nicht zielorientiert gemanagt werden!

LCMS
IT-Implementierung: Schritt für Schritt zum Ziel
von Stefan Heil
Unternehmen, die ein Learning Content Management System (LCMS) implementieren, haben in der Regel eine bewusste Entscheidung getroffen, Lerninhalte nicht länger als spontan erstellte, projektbezogene Wegwerfprodukte zu sehen, sondern zunehmend als strategische Ressourcen zu begreifen. Das heißt oft, dass die gesamte Organisation ihre Einstellung zu Wert und Wesen von elektronischen Lerninhalten verändern muss. Der dritte Teil der Beitragsserie zum Thema Learning Content Management Systeme widmet sich daher der Frage der praktischen Umsetzung: Welche Best Practices sollten Unternehmen anwenden, wenn sie ein LCMS implementieren wollen?

WISSENSWERTES

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Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Kolumne
Wann wird Wissensmanagement erwachsen?
von Simon Dückert

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© Büro für Medien, Oliver Lehnert


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