wissensmanagement, Heft 1/2008 (Titelthema: E-Learning & Co.: Lebenslanges Lernen im Online-Zeitalter)
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[English title: wissensmanagement, Issue 1/2008 (e-Learning & Co.: Lifelong learning in the online age)]

Titelthema
E-Learning & Co.: Lebenslanges Lernen im Online-Zeitalter
Die Zeiten, in denen man fleißig Nachlieferungen für ein Loseblattwerk gesammelt hat oder sich für eine Weiterbildung allabendlich in Schulungsräumen traf, gehören längst der Vergangenheit an. E-Learning, Web Based Trainings und Online-Tutorials heißen die Lernformen des 21. Jahrhunderts. Und statt in leer stehenden Klassenzimmer finden solche Veranstaltung in Virtual Classrooms statt. Auch die althergebrachte Tafel hat ausgedient – Ersatz bieten Whiteboards und andere kollaborative Online-Medien. Doch wie lassen sich diese Lernmethoden in der betrieblichen Weiterbildung umsetzen? Wie kann ihre Effizienz gemessen und die Motivation jedes einzelnen Teilnehmers gefördert werden?
 

Editorial
E-Learning 2.0

PRAXIS WISSENSMANAGEMENT

Gruppendynamik
Wissen – Können – Handeln: Was erfolgreiche Teams auszeichnet
von Klaus North
Im Sport beobachten wir immer wieder, wie Mannschaften unter hohem Druck und extremen Bedingungen auf den Punkt genau ihre Leistung abrufen können.  In ähnlichen Situationen befinden wir uns oft im Geschäftsleben. Das Erfolgsrezept dahinter: Bei siegreichen Teams steht die Gruppenleistung im Vordergrund. Wenn alle an einem Strang ziehen, erreichen sie in der Gemeinschaft Größeres als in der Summe ihrer Einzelleistungen. Dabei ist es von außerordentlicher Bedeutung, dass sich die Spieler für das Team engagieren und nicht zuerst ihre individuellen Ziele vor Augen haben. Nur so können Harmonie, Vertrauen und Teamgeist überhaupt erst entstehen. Der französische Fußballer Johan Micoud formuliert dieses Phänomen wie folgt: „Nur wer seine Fähigkeiten mannschaftsdienlich einsetzt, bringt sein besonderes Talent wirklich zur Geltung. Erst dann, in einer funktionierenden Mannschaft, fallen die herausragenden Spieler richtig auf.” Dieses Modell aus dem Spitzensport lässt sich auch auf das alltägliche Geschäftsleben übertragen.

Wissensmanagement im Rennsport
Unternehmen auf der Pole Position
von Alexander Stehlig
Das Management von Wissen ist nicht nur in Unternehmen von Bedeutung, sondern auch im Motorsport. Durch akribisches Sammeln, Auswerten und Abrufen von Erfahrungswerten gelingt es dem Fahrer und seinem Team, auf der Rennstrecke entscheidende Sekundenbruchteile gut zu machen. Führungskräfte können von den Vorgehensweisen im Motorsport lernen. Denn egal wo Konkurrenten versuchen, sich zu behaupten, meist haben diejenigen die Nase vorn, die sich zeitnah an veränderte Bedingungen anpassen und schneller richtige Entscheidungen treffen.

Historie
Wissensmanagement – wie alles begann
von Peter Schütt
Über Hunderte von Jahren hatte sich Arbeit an sich kaum verändert, lediglich die eingesetzten Werkzeuge wurden immer weiter verbessert. Es dauerte bis in das ausgehende 19. Jahrhundert, bis sich Frederick Taylor und einige Zeitgenossen erstmals Gedanken machten, wie man mit Wissen Arbeitsabläufe optimieren kann. Damit war das Scientific Management geboren – und eine der wichtigsten Grundlagen für das heutige Wissensmanagement gelegt. Es sollte aber noch einiger Umwege und Fehlentwicklungen bedürfen, bis Wissensmanagement zum heutigen Stand gereift war. Aber der Weg ist nicht zu Ende: Wir sind vom eigentlichen Ziel, die Effizienz von Wissensarbeit steuerbar zu machen, noch einiges entfernt. Dieser erste Teil der „Geschichte des Wissensmanagements“ beschreibt die Entwicklung von den Ursprüngen bis Anfang der 1990er Jahre.

TITELTHEMA: E-LEARNING & CO.

Innovative und effiziente Weiterbildung mit E-Learning
von Axel Wolpert, Lutz Goertz
E-Learning umfasst die Unterstützung von Lernprozessen durch Informations- und Kommunikationstechnologien und neue (digitale) Medien. In den vergangenen Jahren ist diese Lernform zu einer großen Hoffnung für die Innovationskraft von Wirtschaft und Verwaltungen sowie für die Modernisierung des Bildungssystems in Deutschland geworden. Die rasche Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien am Arbeitsplatz und im privaten Bereich sowie die zunehmende Selbstverständlichkeit, mit der Computer und Internet von inzwischen weit mehr als der Hälfte der erwachsenen Bevölkerung genutzt werden, haben dazu geführt, dass diese neuen Technologien auch für das berufliche Lernen hervorragend geeignet sind. An vielen Arbeitsplätzen gehört es daher längst zum Alltag. Zahlreiche Personalverantwortliche steigen aber auch neu in das Thema ein. Hier gibt die diesjährige LEARNTEC einen willkommenen Anlass, das ABC des E-Learnings sowie seine aktuellen Entwicklungen zu erläutern und so den Einstieg zu erleichtern.

Informelles Wissen formalisieren: Chancen und Grenzen des E-Learnings
von Felicitas Schwarz, Kerstin Stengel
Der eine googelt, der andere fragt den Kollegen und der dritte geht seine Mitschriften durch, wenn er eine Lösung braucht. Informelles Lernen heißt diese Methode, zu der auch die Diskussion in einer Arbeitspause gehört. Immer mehr Firmen aber formalisieren diesen unsystematischen Wissenserwerb.

E-Learning im Zeichen des dreidimensionalen Internets
von Andreas Lischka
Bildung und der effektive Umgang mit Wissen werden in Zeiten von globalisierten Märkten zusehends zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen. Nur lernende Unternehmen können langfristig erfolgreich sein. Die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter wird daher zu einem immer wichtigeren Aufgabengebiet. Webbasierte Lernprogramme können Firmen bei dieser Herausforderung nachhaltig unterstützen. Durch dreidimensionale Darstellungen, wie zum Beispiel in Second Life, gewinnt diese Form der Wissensvermittlung weiter an Attraktivität. Die Lernenden bekommen so die Chance, in eine virtuelle Welt einzutauchen und einen realistischen und detaillierten Einblick in Gebäude, Anlagen, Situationen etc. zu erhalten.

Projektmanagement – ein lebenslanger Lernprozess?
von Annegret Löser
Projektmanagement-Schulungen gehören heute bei fast allen größeren Unternehmen zum Weiterbildungsangebot. Doch meist bleibt es lediglich bei Basislehrgängen und die Mitarbeiter haben anschließend keine Möglichkeit, ihr erworbenes Wissen aufzufrischen oder zu vertiefen. Die Folge: Das Know-how geht im Tagesgeschäft verloren und der Return on Investment ist gleich null. Unternehmen sollten daher frühzeitig Konzepte entwickeln, mit denen sich das erlangte Projektmanagement-Wissen nachhaltig verankern lässt.

Innovative Weiterbildungsberatung im 21. Jahrhundert
von Gerald Lembke, Fabian Reinfeldt
Die gemeinsame Nutzung und Anwendung von Wissen basiert auf einer gelungenen Wissenskooperation. Sie ist Grundlage für Ablaufoptimierungen und Innovationen in Unternehmen. Doch häufig gelingt sie nicht. Der Aufwand für eine Systematisierung ist zu hoch oder es existiert keine entsprechende Technologie. Dieser Beitrag möchte Einblicke in Rahmenbedingungen und Umsetzung eines Tools zur Förderung der Wissenskooperation geben. Dies entstand nach langjähriger Forschung zum organisationalen Lernen und zur Wissenskooperation in Unternehmen.

DOKUMENTATION + KOMMUNIKATION

Portale
studiVZ – studentische Kommunikation im Web 2.0
von Oliver Bendel
Das Studiverzeichnis oder studiVZ ging Ende 2005 online und hat sich zu einer der größten Social-Software-Plattformen der Welt gemausert. Verschiedene Pannen und Skandale erschütterten den Leuchtturm der deutschen „Web 2.0“-Projekte, brachten ihn jedoch nicht zu Fall. Anfang 2007 wurde studiVZ von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck aufgekauft. Das schülerVZ, eine Austauschplattform für Schülerinnen und Schüler, kam im selben Jahr hinzu. studiVZ richtet sich, wie der Name schon sagt, vor allem an Studierende, öffnet sich aber auch weiteren Gruppen, wie zum Beispiel Alumni und Hochschul-Mitarbeitern. Nicht nur Fun und Flirt machen es interessant, sondern auch Möglichkeiten für Studium und Lehre.

CRM
Kundenwissen auf Transaktionsdokumenten nutzen
von Michaela Hámori-Satzinger, Thomas Wimmer
Monat für Monat versenden Unternehmen Rechnungen, Lieferscheine, Kontoauszüge, Informationen zu Abonnements oder zu Kundenbindungsprogrammen. Dies bedeutet einen großen Kostenfaktor für Druck und Versand. Unternehmen, die auf diesen so genannten Transaktionsdokumenten relevante, personalisierte Marketingbotschaften platzieren, schaffen einen Mehrwert für den Adressaten und verwandeln die Kosten in Gewinn. Entscheidend für den Erfolg ist es, das existierende Kundenwissen zu erschließen und sinnvoll in Kampagnen einzubinden.

Prozess-Systematik
Was leistet Wissensmanagement?
von Josef Hofer-Alfeis
Wissensmanagement ist eine viele Teildisziplinen integrierende Meta-Disziplin – darin liegt ihr Hauptwert, aber auch ein Grundübel: Es herrscht kein gemeinsames Verständnis, was Wissensmanagement umfasst. Eine Zusammenstellung aller Aktivitäten, eine  Prozess-Systematik, schafft hier Klarheit und kann verschiedenen Zwecken dienen: als grobe Leistungsbeschreibung, zur Bildung einer gemeinsamen Sprache, als Ordnungsstruktur für Wissensmanagement-Tools oder als grobes Prüfinstrument für den Reifegrad einer Organisation. Aufbauend auf Arbeiten in der Community of Practice KM der Siemens AG wurde vom BITKOM-Arbeitskreis KEM [2] eine strukturierte Übersicht über Prozesse und Aktivitäten des Wissensmanagements auf vier Detaillierungsstufen erarbeitet und als Leitfaden Wissensmanagement-Prozess-Systematik (WMPS) herausgegeben.

HUMAN RESOURCES

Profession
Der Wissensmanager – ein aussterbender Beruf?
von Sabine Hage-Malsch
Gibt es noch den „klassischen Wissensmanager“ in Unternehmen? Und mit welchen Aufgaben wäre dieser in einer Zeit betraut, in der Unternehmen ihre global angelegten Bedarfe schon lange nicht mehr ausreichend in traditionellen Intranet-Systemen gespiegelt sehen?

Wissen und Wahrnehmung
Systemische Beratung – Führen mit Herzkraft
von Harald Knoll
Führungskräfte haben in erster Linie die Wertschöpfung des ganzen Unternehmens oder ihrer Abteilung im Blickfeld. Die aus dem systemischen Selbstverständnis resultierende Wertschöpfung versucht, die menschlichen und zwischenmenschlichen Reibungsverluste zu verringern und so das subjektive Innere mit dem objektiven Äußeren zu verbinden. Systemische Beratung hilft, das Unternehmen mehr als einen ganzheitlichen Organismus zu sehen, in dem alles mit allem verbunden ist. Dieses Gebilde gehorcht keiner Formel und will doch gesteuert werden. Dazu bedarf es einer integralen Sicht auf die Organisation. Denn mit einem systemischen Selbstverständnis machen sich Entscheider persönliches, unbewusstes Wissen zunutze.

Sozialkapital
Implizites Wissen mobilisieren
von Michael Hesseler, Beate Werner
Wissen ist eine wichtige immaterielle Ressource und ein für die Wertschöpfung strategisch bedeutender Erfolgsfaktor. Seit 2005 ist Wissen auch als bilanzierbarer immaterieller Vermögenswert anerkannt. Wissen ist einzigartig, wertbeständig, schlecht imitier-, substituier- und transferierbar. Gerade in der frühen Phase der Anforderungsanalyse des Requirement-Engineerings, z.B. bei der Entwicklung von Flugzeugsystemen, sind wissensintensive Innovationen aus Kostengründen entscheidend. Die webbasierte Verwaltung von Lessons Learnt und Best Practices bei EADS in einem Engineering Book of Knowledge (EBoK) sowie die Erweiterung von Datenmodellen durch die Einführung einer Response Klasse (Ergebnisse) und einer Experience Note (Ergebnisweg) für die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Zulieferern sind Beispiele aus der Vergangenheit. Jetzt beschreiten Unternehmen neue Wege – und versuchen dabei vor allem das wertvolle implizite Wissen ihrer Mitarbeiter verfügbar zu machen.

TRENDS

Mitarbeiterportfolios
Europa im Wandel:Humanressourcen als Zukunftskapital
von Andros Payne
Vergleichbar mit dem Finanzpendant, ist das aktive Management des Humankapitals eine Voraussetzung für überdurchschnittliche finanzielle Ergebnisse. Mitarbeiter sind aber nicht im „Besitz“ des Unternehmens: Ihre Fähigkeiten können nicht wie Finanzaktiva gekauft oder verkauft werden. Diese Aspekte machen das Management von Mitarbeiterportfolios besonders komplex.

LEARNTEC-SPECIAL

Studierende erwarten Dynamik
von Karin Hamann, Sarah Scheck
Lernmaterialien aus Vorlesungen auf einem Server zu hinterlegen ist keine Kunst und gehört mittlerweile zum Standard an Hochschulen. Doch die Studierenden wollen mehr: Seit im Internet unter dem Begriff Web 2.0 die Grenzen zwischen Lehrenden und Lernenden verschwimmen, haben die Studierenden auch in der formalen Lehre mehr Ansprüche an Methodenvielfalt und Interaktion. Mit dem virtual team room vitero können sich Communities und Lerngemeinschaften bilden und online austauschen.

Der Profi im Web
von Peter Littig
Praxisnah, rationell, offen, flexibel und individuell – dafür steht p.r.o.f.i.+web. Das von der DEKRA Akademie entwickelte Lernsystem ersetzt den klassischen Frontalunterricht durch eine Kombination aus Selbstlernen, Betreuung, IT-Technologie und Coaching durch reale Lernprozessbegleiter. Ergänzt wird das Konzept durch Präsenzveranstaltungen und virtuelle Klassenräume. Im Mittelpunkt steht die Orientierung am Lernenden. Der Einsatz der Web-Technologie erlaubt maximale Flexibilität in Zeit und Raum.

Sprachenvielfalt und Kultur
von Beate Bruns
Die Manor AG realisiert seit 2002 mit zunehmendem Verbreitungs-grad Online-Lernen im Warenhaus für alle Ebenen des Unternehmens. Eckpunkte der Aktivitäten sind die optimale Anpassung von Lernumgebung und Lerninhalten an die gewohnte, visuell stark geprägte Kultur der Manor-Mitarbeiter, die sorgfältige Betreuung der Lernenden sowie eine hohe Effizienz bei der Erstellung von hochwertigen Lerninhalten im eigenen Haus.

META-DOK spart wertvolle Arbeitszeit
von Peter Raber
Etwa 35 Prozent ihrer Arbeitszeit  verwenden Mitarbeiter für die Suche nach im Unternehmen vorhandenen Wissen. [1] Hier verbirgt sich ein hohes Einsparpotenzial.

WISSENSWERTES

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Buchvorstellung
Governance im Wissensmanagement

Kolumne
Stammtische – die CoP im Wissensmanagement
von Ulrich Schmidt

Lesen Sie die Artikel online.

© Büro für Medien, Oliver Lehnert


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